Ob auch ihr Vater die Lehrerin nervt? Foto: Andreas Altwein/dpa

Von Integration und unnötiger Hysterie

Welches Glück müssen wir jahrzehntelang gehabt haben, dass wir in Frieden und relativ sicher in Deutschland leben konnten – mit all den Türken, die das Land bevölkern. Erst jetzt, nachdem 63 Prozent für Erdoğans Präsidialsystem gestimmt haben, tritt zutage, welches Problem Deutschland mit seinen Migranten aus Anatolien hat.

Oberflächlich seien sie ganz gut integriert, hätten einen Job, schickten ihre Kinder in die Schule. Aber wie düster es doch wird, wenn man einen Schritt näher tritt und einen Blick in das Innenleben dieser problembehafteten Minderheit wirft. Der Publizist Hugo Müller-Vogg beschrieb am Sonntag im „Presseclub“ der ARD sehr schön, wie in seinen Augen das Leben eines Türken in Deutschland aussieht:

Das Doppelleben des Türken

Der Türke ist als Vorarbeiter (was auch sonst?) bei seinen Kollegen in der Fabrik durchaus beliebt. Warum er das ist, darauf geht Müller-Vogg nicht ein. Vielleicht bringt er türkisches Gebäck mit, das seine kopftuchtragende Frau, die außer Backen und Kochen keine Funktion hat, jeden Tag für ihn zubereitet. Diese Existenz ist aber nur so etwas wie ein Alibi-Leben. Er ist bei seinen Kollegen beliebt, doch dann geht er nach Hause, oder noch viel schlimmer: in die Moschee. In der Moschee lässt er sich von einem aus der Türkei gesandten Imam eine Gehirnwäsche verpassen, sodass er nach jedem Freitagsgebet mit neuem Groll und Hass gegenüber Deutschland und der Demokratie als solcher nach Hause geht. Mehr gibt es zu diesem Mann auch nicht zu sagen. Ach doch, er hat ein Hobby: Ab und zu geht er noch in die Schule seines Sohnes, um seiner Lehrerin klar zu machen, dass sie als Frau seinem Sohn überhaupt nichts zu sagen hat. Dass Frauen Menschen zweiter Klasse sind, hat er wahrscheinlich auch in der Moschee gelernt, vielleicht sogar in genau der Moschee – so hilft uns Müller-Vogg die Zusammenhänge klar zu sehen –, in die auch der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ein und aus ging. Fazit: Der Türke, die tickende Zeitbombe.

Ich glaube, es gibt kaum ein Thema, bei dem so viel mit Unwissen und haarsträubenden Stereotypen hantiert wird wie bei der Integration. Wie kommt es, dass ich, die ich in einer türkischen Familie, mit türkischen Nachbarn und Bekannten aufgewachsen bin, nie, wirklich, wirklich nie davon gehört habe, dass irgendein Vater zu einer Lehrerin gegangen ist, um sie aufgrund ihres Geschlechts niederzumachen? Ganz bestimmt gibt es solche Männer. Und jeder Einzelne ist schlimm genug. Aber sind sie der Regelfall? Nein, das sind sie nicht.

Der falsche Fokus

Ich kann mich daran erinnern, dass sich viele türkische Mütter und Väter von Lehrern eher unterbuttern ließen, weil sie sie als Obrigkeit sahen und ihnen das Selbstbewusstsein fehlte, um für ihre Kinder und Interessen einzustehen. Oft habe ich als Schülerin Eltern von Nachbarskindern zu Elternsprechtagen begleitet. Mangelnde Sprachkenntnisse und eine Scheu gegenüber Beamten führten eher zu einem eklatanten Ungleichgewicht zugunsten der Lehrer. Das hat sich mittlerweile geändert – zum Glück! Wenn es einzelne Debile gibt, die einer Frau ihre Lehrkompetenz abstreiten, oder die ihre Tochter nicht am Schwimmunterricht teilnehmen lassen, dann ist das kein Türken-Problem, das ist ein Idioten-Problem. Punkt. Vielleicht ist bei denen tatsächlich die Integration gescheitert. Aber dann müsste man seine Energie vor allem darauf verwenden, den Kindern solcher Menschen ihre gesellschaftliche Teilhabe so weit es geht doch zu ermöglichen. Denn sie sind es, um die es uns gehen muss.

Lasst uns wieder hysterisch sein

Warum aber führen wir nun schon wieder diese Debatten? Wegen des Wahlverhaltens der Deutsch-Türken beim Referendum natürlich. Aber dass 416.000 Menschen mit einer an Schwachsinn grenzenden Feierlichkeit die Gewaltenteilung in der Türkei aushöhlen, ist noch kein Grund, alle 3,5 Millionen Deutsch-Türken jetzt auf den Seziertisch zu legen und mal aufzuzählen, was mit denen nicht stimmt. Das zu tun ist unanständig und anmaßend. Statt jetzt wieder hysterisch „Integration! Integration!“ zu rufen, sollte man sich erst bewusst machen, dass Unwissenheit und Idiotie keine Nationalität haben. Und dann vielleicht etwas am Bildungssystem ändern.

Ob man sich eher links oder rechts oder diagonal einordnet, bleibt jedem selbst überlassen. Dass die Demokratie aber ein Wert für sich ist, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit nicht zur Disposition stehen, muss unser kleinster gemeinsamer Nenner sein. Die Vermittlung dieser Werte darf nicht nur den Familien überlassen werden. Denn daran scheitern ganz offensichtlich viele Familien – neben türkischen auch deutsche. Politische Bildung muss bereits in der Grundschule stattfinden.

Und natürlich müssen wir über Integration reden. Uns fragen, warum die Türken in den USA mehrheitlich gegen das Präsidialsystem gestimmt haben. Könnte das etwa bedeuten, dass auch der Staat seinen Anteil an der Integration hat? Könnte es sein, dass wir aufhören müssen, den Türken als ein willenloses Opfer der Geschicke Dritter zu sehen? Vielleicht sollten wir anfangen, ihn als das zu sehen, was er ist: ein Mensch. Und von denen gibt es bekanntermaßen angenehmere Zeitgenossen wie auch unangenehmere.

Ob auch ihr Vater die Lehrerin nervt? Foto: Andreas Altwein/dpa

Ob auch ihr Vater die Lehrerin nervt? Foto: Andreas Altwein/dpa

 

 

15 Gedanken zu „Von Integration und unnötiger Hysterie

  1. Heiko

    Die Türken sind fast alle Menschen moslimischer Kultur. Und darauf sind die Türken sehr stolz. Die Türken sind überhaupt ein stolzes Volk. Und das ist gut so, weil wenn man sein eigenes Volk mag, dann setzt man sich auch dafür ein und will für sein Volk nur Gutes tun. Nun gibt es aber in Deutschland nicht wenige, welche zur Nation, zum deutschen Volk und zur deutschen Kultur eine sehr spektische Haltung einnehmen. Also genau das Gegenteil zur den Türken. Warum machen so manche Deutsche, die meist aus dem linken Spektrum kommen, das? Weil sie sich auf den 2. Weltkrieg und das dort geschehene berufen. Ihre Theorie lautet: Wir haben damals schlimmes getan und damit sich das nicht wiederholt müssen wir Deutschen uns kleinhalten.

    Auf eine Privatperson bezogen würde das heißen: „Eh, Du hattest früher andere Mitschüler verprügelt und mußt jetzt den Rest Deinen Lebens als geduckter Mensch unterwürfig durch´s Leben gehen.“
    Ob das für diese Privatperson wirklich so gut wäre? Wohl kaum.
    Warum dann für unser Land?

    Alle Extremas sind schlecht. Aggressionen gegen andere Länder sind schlecht. Aber auch Aggressionen gegen das eigene Volk sind schlecht. Aggressiver Nationalismus und nationale Unterwürfigkeit sind beide schlecht. Aber die deutschen Linken verstehen das nicht. Sie wollen nicht verstehen das ein aggressiver Nationalsimus gerade deshalb entstehen kann (und wird) weil die Leute von der überzogenen Unterwürfigkeit die Nase voll haben. So wie nach dem 1. Weltkrieg. Gerade diese überzogene Knechtung Deutschlands brachte die deutsche Rechte zur Weisglut und legte den Grundstein für den Nationalsozialismus. Eine respektvolle Behandlung des Kriegsverlieres Deutschland hätte den Radikalen den Nährboden entzogen – die NS-Bewegung hätte wahrscheinlich nie an Bedeutung gewonnen. Ein ausgewogener Nationalstolz wäre mit Sicherheit damals und heute sehr angemessen gewesen und hätten radikalen Kräften den Wind aus den Segeln genommen.

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  2. Heiko

    Kommen wir zur Integration. Das wird von der politischen Klasse Deutschlands sehr gerne gehört, das ist momentan total „in“.
    Was die politische Klasse aber nicht sehen will ist, das hier Kulturen aufeinanderprallen, die verschiedener gar nicht sein können. Der kulturelle Spagat zwischen dem Islam und der deutschen Kultur ist sehr, sehr groß und in den meisten Fällen zerren sich die Betroffenen dabei die Sehen und Bänder ihrer Beine. Und das tut weh.
    Das will aber keiner hören. Seit der Wende werden die Deutschen mit dem Wort Ausländerfeindlichkeit konfrontiert und das hat schlecht zu sein. Fremde Kulturen hat man also toll zu finden, etwas anderes will die politische Klasse nicht hören. In der DDR war das so ähnlich, nur mußten die Menschen dort den Sozialismus toll finden und wer da nicht mitmachten bekam Ärger oder wurde gar von dem MfS verhaftet. Widerspruch wurde in der DDR nicht geduldet. Wie ist es heute bei uns? Also verhaftet wird man, wenn man Ausländer nicht mag, garantiert nicht. Aber man wird geächtet. Die ARD Moderatorin Eva Herrmann bekam das zu spüren, auch der SPD-Politiker Thilo Sarrazin, später auch die AfD und PEGIDA. Dies bekommt jeder zu spüren, der Rechts von der Mitte agitiert.

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    1. Ralf Weis

      Sie haben andere „Kulturen“ nicht toll zu finden, aber Sie haben anzuerkennen, daß es solche gibt. Und für diese „Kulturen“ gilt, was für jeden Bewohner Deutschlands gilt, nämlich, daß man sich an die Gesetze zu halten hat. Hier endet aber auch schon der Anspruch, den eine Bevölkerungsgruppe an die andere stellen kann und die einzige, die Sie zu interessieren hat. Wenn Integration für Sie bedeutet, daß alles gleich sein muss und auf keinen Fall „anders“ gelebt werden darf, scheinen Sie mir nur unvollständig integriert zu sein. Lassen Sie andere Leben, wie es Ihnen gefällt.

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  3. Heiko

    Alles, was für Europa, den Euro, für Flüchtlinge und all diese Dinge ist, hat in Deutschland freie Fahrt. Aber wer gegen Euro, wer skeptisch gegenüber der Aufnahme von Flüchtlingen ist, der bekommt sehr schnell Gegenwind zu spüren. In dieser Hinsicht ist Deutschland sehr s/w-lastig. Bist Du dafür, ist alles in Ordnung. BIst Du dagegen, bist Du ein Rassist oder ein Populist oder ein Rechtspopulist. Früher bezeichnete man Andersdenkende als die Opposition. Heute bezeichnet man Andersdenkende als Populisten und so weiter. Ob das wohl gut ist? Mit Sicherheit nicht.
    Gerade der Pluralsimus, der Gegensatz der Meinungen, lebendige Diskussionen, das machte doch den Westen gegenüber dem Ostblock so interessant. Gerade das ist für eine offene Gesellschaft. Und die Diskussion der Gegensätze macht eine Demokratie gerade zur echten Demokratie. Aber das gesamt rechte Spektrum wird in Deutschland tabuisiert und als pauschal schlecht angesehen. Es wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um den harten Kern der Neonazis-Szene handelt oder um besorgte Bürger. Und das ist wirklich schlimm. Und das Schlimmeste kommt noch: Die Medien machen da voll mit.
    Wie soll sich eine Demokratie entwickeln wenn ein komplettes Spektrum als schlecht angesehen wird? Wenn Rechts pauschal schlecht sein soll, dann bleibt ja nur noch links übrig. Da hätten wir die DDR auch weiter existieren lassen können!

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  4. heiko

    Wir brauchen eine Demokratie, wo rechte und linke Meinungen völlig gleichberechtigt sind. Wo jeder zu seiner Veranstaltung gegen kann, ohne das er massiven Polizeischutz benötigt, weil linksradikale Horden ihn bedrängen, belästigen oder gar körperlich bedrohnen – und das noch mit Billigung der politischen Klasse!!!
    Wir brauchen eine Diskussionskultur, wo jeder SELBER entscheiden kann was er von fremden Kulturen, von Europa, von Flüchtlingen und so weiter hält. Jeder sollte selber entscheiden ob er diese Dinge mag oder auch nicht mag oder ein Teil mag und ein Teil wieder nicht. Und das Wichtigste ist: Jede Entscheidnung ist in Ordnung. Mag der jenige fremde Kulturen, so ist es gut und mag er diese nicht – so ist es auch gut.
    Das hat Ergebnisoffen zu sein und auch das Recht der Ablehnung fremder Kulturen ist völlig in Ordnung.
    Aber genau davor hat die politische Klasse Angst, eben weil man weiß das viele Menschen zu diesen Reizthemen eine kritische Meinung haben. Man hat einfach Angst das deren Anzahl zu groß wird und das sich zu viele Menschen in einer offenen Diskussionskultur gegen Multikulti und gegen Europa entscheiden. Also legt man den Deckel drauf und bombadiert die Bevölkerung mit der Ideologie das alles Rechte schlecht zu sein hat, das Ausländerfeindlichkeit schlecht zu sein hat und das alle Menschen, welche Rechts von der Mitte sind böse Populisten zu sein haben.
    Dann behauptet man noch das man für „Toleranz und Weltoffenheit“ ist und klebt das Edikett Demokratie drauf und fertig ist das Lügenpacket.

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  5. heiko

    Linke brauchen bei ihren Demos und Veranstaltungen nie Polizeischutz. Aber sobald Rechte eine Demo oder eine Veranstaltung machen, kommen die Linken angerannt und organsieren „Gegendemonstrationen“ welche eigentlich nur die Trerrorisierung der Rechten bezweckt. Ohne Polizeischutz würde es diese rechte Veranstaltung entweder gar nicht geben, oder es würde zu einer Massenschlägerei kommen, welche aber jedesmal von Linksradikalen angezettelt würden – zumindest laut Erfahrungen der letzten Jahre.
    Wie kann das nur sein? Die Rechten werden seit Jahrzehnten als die Bösen dargestellt, aber komischerweise braucht kein Parteitag der Linken, der Grünen, der SPD oder der CDU Polizeischutz. Da kommt kein Rechter an und stört! Aber bei der AfD und PEGIDA kommen Linken in Massen angerannt und versuchen zu stören, zu blockieren zu randalieren und so weiter. Es zeigt sich doch klar, das die Linken das Aggrressionspotential haben und nicht die rechten Kräfte. Selbst NPD-Veranstaltungen, also wo keine Rechten sondern Rechtsradikale zu finden sind, treten diese Rechtsextremen nicht gewalttätig gegen die linksextremen Störer an – auch hier ist massiver Polizeischutz für die rechtsextreme NPD nötig. Wenn die Rechtsradikalen so böse und aggressiv sind, wieso sieht man bei deren Veranstaltungen immer nur Aggressionen von Seiten der Linksradikalen. Auch ich lehne sie Ideologie der NPD ab, keine Frage. Aber es erscheint seltsam das die Störungen und Feindseeligeiten immer nur von linksextremen Kräften ausgehen und nicht von den rechtsextremen. Die zahlenmäßige Unterlegenheit der Rechtsradikalen kann nicht die alleinige Ursache sein, hiert spielen noch andere Ursachen eine Rolle. Welche, sind mir auch nicht klar.
    Es geht mir in meinen Kommentaren darum, Mißstände und massive Ungleichgewichtige in unserem Land anzusprechen und zum Nachdenken anzuregen.
    Ich behaupte keinesfalls im Recht zu sein, aber die hier geschilderten Meinungen sind momentan meine Beobachtungen und meine Wahrnehmungen.
    Demokratie ist mir wichtig und dazu gehören auch tabulose Diskussionen. Jedes ideologische Korsett ist schlecht, die Gedanken müssen frei sein. Ob diese gut oder schlecht sind, wer will das objektiv beurteilen? Keiner.

    Ein kluger Mensch weiß, dass er nicht alles weiß.

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  6. Magdeburger

    Ersteinmal: Ein sehr schönes Bild. Ein freundliches Mädchen, welches die Farben Deutschlands trägt, und auch die des Heimatlandes Ihrer Eltern/Großeltern, und somit Ihre Herkunft nicht verleugnet. So eine Mitbürgerin, kann einem 100mal lieber sein, als ein Deutscher, der sein eigenes Volk hasst und bekämpft! Für mich ist dies ein schönes Bild der Freundschaft unserer beiden Völker.
    Danke für Ihre Kommentare, Heiko, in ihnen liegt viel Wahres.

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  7. w-tan

    Liebe Frau Doğan,

    geben Sie es doch gleich zu: Diesen intelligenten und humorvollen Artikel hat Ihnen ein Deutscher Mann geschrieben; als Frau (und dazu noch _Türkin_) können Sie ja rein biologisch dazu gar nicht in der Lage sein ;-))
    Spaß und Blödsinn beiseite: Danke für diese Zeilen!!

    Und wenn der erwähnte Publizist Dr. H.M.-V. (ein ehemaliger FAZ-Herausgeber!) sich tatsächlich wie beschrieben geäußert haben sollte, wäre er ein Spinner auf dem Weg in’s rechte Abseits.

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  8. Page

    Es ist sicher richtig, dass nur eine Minderheit der in Deutschland lebenden Türken es ablehnen, sich in diese Gesellschaft zu integrieren. Wenn allerdings in einer Familie Kinder in der dritten Generation noch nicht die deutsche Sprache beherrschen und die Regeln unserer Gesellschaft offen abgelehnt werden, muss man fragen, warum diese Menschen hier leben wollen/dürfen. Um die Mehrheit der hier lebenden Türken aus der Kritik zu nehmen, wäre es wohl besser, diese Menschen in das Land zu schicken, dessen Gesellschaftsform sie ja wohl präferieren. Die rechtlichen Möglichkeiten dafür wären gegeben, man muss sie nur umsetzen.
    Herr Gabriel hat Recht. Menschen, die hier leben, sind unsere Bürger, denn sie leben unter uns. Wenn sie sich als Bürger eines anderen Landes fühlen, sollten sie dorthin gehen.
    Daneben ist es nicht tragbar, dass von der Türkei oder einem anderen Land entsandte und bezahlte Prdiger hier das Klima in der Gesellschaft vergiften, Dies muss unbedingt und umgehend abgestellt werden.

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  9. Wulf Richartz

    „. Aber dass 416.000 Menschen mit einer an Schwachsinn grenzenden Feierlichkeit die Gewaltenteilung in der Türkei aushöhlen, ist noch kein Grund, alle 3,5 Millionen Deutsch-Türken jetzt auf den Seziertisch zu legen und mal aufzuzählen, was mit denen nicht stimmt.“

    Naja immerhin noch 416.000 – aber schön, wenn Sie so gelassen sind; dann können wir doch auch gelassen über 4 Mio AfD Wähler hinwegsehen, oder?

    “ Uns fragen, warum die Türken in den USA mehrheitlich gegen das Präsidialsystem gestimmt haben. Könnte das etwa bedeuten, dass auch der Staat seinen Anteil an der Integration hat?“

    Ah, der deutsche Staat ist Schuld, na dann.
    Übrigens wäre ich kein Biodeutscher, ich würde mcih auch nicht in diesen masochistischen Nullselbstwertbewusstein-Verein einbürgern lassen.

    So und jetzt ernsthaft: Ihr Beitrag ist wertfrei, da er einem Sterotyp ein anderes entgegen setzt – wem ist jetzt geholfen?
    Nein der deutsche Staat und sein Staatsvolk müssen selbstbewusst auftreten und glasklar all denjenigen sagen, die friedlich seit x Jahren hier leben: Ihr müsst Euch entweder einbürgern lassen, oder wieder raus; weil das auf Dauer kein demokratisches Sozialstaatswesen asuhält, dass 10% der Bevölkerung ob gewollr oder ungewollt außen vorstehen.

    Das mag in Diktaturen (Türkei) funktionieren, aber nicht in Demokratien.

    Ein derartiges Bewusstsein zur eigenen Republik und zum eigenem Staatsgewaltsinhabersein ist zugegebenrmaßen vielen Deutschen fremd; und da fremdeln dann auch die Türken, die siet xy Jahren hier leben.

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  10. Ralf Weis

    Heiko, Sie haben NICHTS verstanden. In dem Artikel geht es eben NICHT um ganze Bevölkerungsgruppen und NICHT um einen ominösen Kampf der Kulturen. Es geht darum den Einzelnen anzusehen und nicht sein Denken zu be- und verurteilen, sondern darum, wieder das Individuum zu betrachten. In dem Moment, in dem Sie von DEN Deutschen, DEN Türken, DEN Moslems reden, sind Sie schon in die Falle der jeweiligen Propagandisten getappt.

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  11. Bodie72

    Mein seit fast 30 Jahren bester Freund ist türkischer Abstammung. Er hat in Deutschland studiert und ist bestens integriert. Seine Eltern sind vor etwa 45 Jahren mit Nichts ins Land gekommen. Mit einem überschaubaren Aufwand haben sie sich hier eine von erheblichem Wohlstand geprägte Existenz aufgebaut. Als Frührentner haben sie ein sehr komfortables Leben. Alle drei Söhne haben in Deutschland studiert; sie arbeiten und leben hier ebenfalls in sicheren und komfortablen Verhältnissen.
    An dieser Stelle möchte ich nicht falsch verstanden werden. Deshalb darf ich vorab anmerken, dass ich die Eltern sehr gerne mag und schätze. Jedoch hat die Medaille zwei Seiten: die Eltern haben praktisch keine eigenen Kontakte zu Deutschen, weil sie diese meiden. Der Verzehr von Schweinefleisch und Alkohol lässt sich mit ihrem Weltbild nicht vereinbaren. Trotz der beschriebenen Jahre des Aufenthalts ist deren Wissen über unser Land, dessen Kultur und Geschichte, etc. erschreckend gering und in der Tat so gut wie nicht vorhanden. Was die Sprache betrifft, so habe ich konsequent den Eindruck, dass die Eltern sich hier nicht seit 45 Jahren, sondern bestenfalls wenige Monate aufhalten.
    Mit anderen Worten: das Gute hierzulande (Gesundheitssystem, Rechtsstaat, Schulwesen, Hochschulen, Sozialsystem, etc.) wird als völlig selbstverständlich angesehen, angenommen und in allen Einzelheiten genutzt. Alles, was sonst mit Deutschland zu tun hat, die Sprache, die Kultur, etc. wird mit eben dieser Selbstverständlichkeit abgelehnt.
    Und eben diese Erfahrung habe ich in den letzten dreißig Jahren immer wieder in vergleichbarer Art und Weise gemacht.
    Die Gutmenschen hierzulande mögen endlich zur Kenntnis nehmen, das derjenige, der sich nicht integrieren will auch nicht integriert werden kann!

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  12. Helge

    Ich habe nichts gegen Ausländer, so lange diese sich nicht in meine Intimsphäre einmischen. Ich habe etwas gegen missionarische Tätigkeiten, die mir vorschreiben wollen, was und wie ich zu denken habe. Das gilt für alle Anderen hier, egal ob links oder rechts. Ich halte nichts von Multikulti. Wer hierherkommt, der sollte sich der hiesigen Kultur anpassen. Er muß sich ja nicht übernehmen, aber respektieren. Respekt – der fehtl hier vielen.

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  13. Thomas Koch

    Heiko, vielen Dank für Deine Kommentare.
    Du sprichst sehr vielen Menschen aus dem Herzen, denen der gesunde Menschenverstand noch nicht abhanden gekommen ist.
    Ich bin ein überzeugter Demokrat der politischen Mitte und habe mit gewisser Fassungslosigkeit betrachtet, wie die ostdeutschen Mitbürger allesamt in die rechte Ecke von Parlamentariern aber auch den Medien gestellt wurden, als sie die ersten Demonstrationen gegen den Flüchtlingseinzug durchgeführt haben.
    Das war keine Fremdenfeindlichkeit, sondern Sorge vor Überfremdung und drohender Konkurrenz am Arbeitsplatz. Natürlich hatten auch rechte Kräfte ihre Finger im Spiel.
    Aber die Politik hatte zunächst nichts Besseres zu tun als alle Demonstranten über einen Kamm zu scheren und in die rechte Ecke zu stellen. Die Sorgen und Bedenken der Menschen wurden von den politischen etablierten Parteien einfach ignoriert.
    Diese Ignoranz brachte erst einen Teil der Menschen in Wut und führte dazu, dass sich weitere Teile der Bevölkerung dem rechten Populismus zuwandten, weil sie sich nicht mehr ernstgenommen fühlten (und auch wurden).
    Das Ergebnis des politischen Verhaltens unserer Volksvertreter war, dass sie dadurch diejenigen stärkten, welche sie eigentlich kleinhalten wollten. Siehe die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl.
    Und jetzt hecheln die etablierten Parteien den Populisten hinterher und versuchen Schadensbegrenzung, nachdem sie es verbockt haben, den Demonstranten auch ein gewisses Verständnis entgegenzubringen.
    Ich bin gespannt ob es unseren Politikern gelingt, das Vertrauen in die gemäßigten Parteien wieder herzustellen. Die nächsten Wahlen werden es zeigen.

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