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Solidarität mit den Teilnehmern am "Marsch für Gerechtigkeit" in der Türkei: "adalet" (Gerechtigkeit) und "justice" steht am 09.07.2017 in Berlin auf den Schildern der Demonstranten vor dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Foto: Paul Zinken/dpa

Von Reißleinen und falschem Gehorsam

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

Wie einem an Depression erkrankten Patienten kann man ihr dabei zusehen, wie sie von Tag zu Tag abbaut – und das rasend schnell. Manch ein Dekret lässt auf Suizidgedanken schließen. Wie geht man mit so jemandem im Freundeskreis um? Man wartet ab. Und wartet ab. Und sagt dann aber: Du musst dir Hilfe suchen. So geht es nicht mehr weiter.

Deutschland – das Auswärtige Amt unter Sigmar Gabriel im Besonderen – hat nun die Reißleine gezogen. Das ist schmerzlich, tut weh – und ist gut so.

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Ob auch ihr Vater die Lehrerin nervt? Foto: Andreas Altwein/dpa

Von Integration und unnötiger Hysterie

Welches Glück müssen wir jahrzehntelang gehabt haben, dass wir in Frieden und relativ sicher in Deutschland leben konnten – mit all den Türken, die das Land bevölkern. Erst jetzt, nachdem 63 Prozent für Erdoğans Präsidialsystem gestimmt haben, tritt zutage, welches Problem Deutschland mit seinen Migranten aus Anatolien hat.

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Von Resignation und Hoffnungsschimmer

Ein bisschen ist es wie nach einer durchzechten Nacht. Es ist einem flau im Magen, man möchte nicht angesprochen werden, nicht an die vergangene Nacht denken. Eigentlich möchte man einfach nur weg. Doch je länger man versucht, es zu verdrängen, umso penetranter verselbstständigen sich die Bilder der Enttäuschung.

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Von Referenden und Reifeprüfungen

Der 16. April 2017 ist ein Schicksalstag für die Türkei. Es ist der Tag, an dem sich die Türken beweisen müssen. Es ist der Tag ihrer Reifeprüfung. Sind sie willens, mündige Staatsbürger zu sein? Sich für die Demokratie und gegen einen patriarchalischen, bevormundenden Vater-Staat zu entscheiden?

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Doppelte Staatsbürgerschaft_Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Von abstrusen Loyalitätsvorstellungen

Er ist wieder da: Der Doppelpass. Die CDU will mit der Forderung nach einer Einschränkung der doppelten Staatsbürgerschaft in den Wahlkampf ziehen. Damit kann man schließlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens können all jene sich wieder beruhigen, die wegen der derzeitigen Regelung zur doppelten Staatsbürgerschaft sowieso schon hyperventilieren (Gruß nach Bayern und an die Junge Union). Zweitens kann man wieder beherzt auf Stimmenfang am rechten Rand gehen. Einigkeit zwischen CDU und CSU hier, flirty Avancen Richtung Ex-CDU-jetzt-AfD-Wähler da.

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Von türkischen Ministern und ihre Auftritten

Deutschland kann aufatmen: Bis zum Referendum kommen keine türkischen Politiker mehr zum Wahlkampf nach Deutschland. Alle bereits geplanten Veranstaltungen wurden von der AKP abgesagt. Was waren das für Wochen?

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Von der deutsch-türkischen Begeisterung für Erdoğan

Wie oft werde ich das gefragt: „Sag mal, Alev, deine Landsleute, die hier geboren und aufgewachsen sind, die alle Vorteile der Demokratie genossen haben, wie können die einen Autokraten wie Erdoğan gut finden?!“ Tja, wenn das so einfach zu erklären wäre.

Der erste Impuls, dem ich zu widerstehen versuche, ist die Rückfrage: „Naja, wie ist es denn zu erklären, dass deine Landsleute, die hier geboren und mit Demokratie und Freiheit aufgewachsen sind, die Pegida gut finden? Oder die NPD? Und warum finden Franzosen Marine LePen gut, die Holländer Wilders, die Briten den Brexit – und die Amis haben Donald Trump gewählt? Hergottnochmal.“ Aber natürlich wäre das kindisch und keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Und schnippisch klingt es auch. Aber so eine Reaktion ist der Ermattung geschuldet, die mich überkommt, weil ich als Privatperson ungewollt stets auch Botschafterin im diplomatischen Außendienst der Türkei bin.

Zurück zum eigentlichen Thema: Erdoğans Anhänger in Deutschland. Wieso? Weshalb? Warum? Ich frage: Warum nicht? Es gibt zahllose Gründe.

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